Häufig gestellte Fragen zu Wärmebildkameras

Was ist eine Wärmebildkamera?

Eine Wärmebildkamera (oft auch als Thermografie Kamera oder Infrarot Kamera bezeichnet) ist ein bildgebendes, berührungsloses Messinstrument, welche die Infrarotstrahlung die für das menschliche Auge unsichtbar ist, sichtbar machen kann. Die Infrarotstrahlung liegt im Wellenlängenbereich von ca. 0,9 µm bis 14 µm und je nach Anwendungsart sind Wärmebildkameras für den kurzwelligen, mittelwelligen oder langwelligen Infrarotbereich erhältlich. Je nach Spektralbereich unterscheiden sich die Wärmebildkameras in der Art des verwendeten Detektors. Typischerweise werden im kurzwelligen und mittleren Infrarotbereich gekühlte InGaAs (Indium Gallium Arsenid) bzw. InSb (Indium Antimonid) Detektoren verwendet. Im langwelligen Infrarotbereich kommen überwiegend ungekühlte Mikrobolometer zum Einsatz, die im Vergleich zu den gekühlten Detektoren wesentlich günstiger in der Anschaffung sind. Aufgrund dieser Tatsache und den guten Eigenschaften bei Umgebungstemperatur sind ungekühlte Mikrobolometer Kameras im langwelligen Infrarotbereich von 7,5 µm bis 14 µm für typische Anwendungen im Bereich Bau, Elektro und Instandhaltung bestens geeignet. Die Temperaturverteilung einer großen Fläche kann gleichzeitig überwacht werden – ein Zeitvorteil gegenüber einer punktweisen Registrierung mit Thermometern. In technischen Anlagen lassen sich Stellen erhöhter Temperatur aufspüren, bevor weitere Schäden entstehen. Die Messung erfolgt berührungslos auch über größere Entfernung, beispielsweise in Hochspannungsanlagen oder bei rotierenden Bauteilen. Man kann Objekte unterschiedlicher Temperatur in dunkler Umgebung entdecken.

Wie funktioniert eine Wärmebildkamera?

Eine Wärmebildkamera, oft auch als Infrarotkamera bezeichnet, kann keine Temperaturen messen. Sie kann lediglich die Strahlungsintensität innerhalb des Infrarot Bereichs, der für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, aufzeichnen und als Wärmebild wiedergeben. In der Wärmebildkamera wird die Infrarotstrahlung (Photonenfluss) in ein elektrisches Signal umgewandelt und als sichtbares Bild wiedergegeben. Zwischen der elektromagnetischen Strahlung und der Temperatur besteht ein Zusammenhang. Dieser Zusammenhang wird durch das Stefan-Boltzmann-Gesetz wiedergegeben: W = σ · T4 W = Intensität der Strahlung σ = Stefan-Boltzmann-Konstante = 5,67 · 10-8 W/(m²·K) T = gemessene Temperatur in Kelvin Anhand dieser Formel erkennt eine Wärmebildkamera nicht nur die Strahlung an einer Oberfläche, sie kann auch die Temperatur einer Oberfläche berechnen. Für eine korrekte Temperaturmessung müssen weitere Parameter wie Emissionsgrad, reflektierte Temperatur, Umgebungstemperatur, Luftfeuchte und Abstand in der Kamera eingetragen werden. Es werden bei Wärmebildkameras zwei verschiedene Detektorarten verwendet (siehe Bild)

Wie können genaue Messungen mit einer Wärmebildkamera erreicht werden?

Zur Berechnung der korrekten Temperatur benötigt die Wärmebildkamera gewisse Informationen, die meisten nimmt die Kamera selbst auf, jedoch müssen einige wichtige Objektparameter vom Benutzer eingegeben werden. Die beiden wichtigsten Objektparameter sind: Emissionsgrad Der Emissionsgrad beschreibt das Abstrahlvermögen der zu messenden Oberfläche. Je niedriger der Emissionsgrad, desto höher der Anteil der reflektierten Strahlung und daraus resultierend desto schwieriger eine genaue Temperaturmessung. Der Emissionsgrad hängt ab von der Oberflächenbeschaffenheit, dem Material und der Temperatur der Messobjekts. Reflektierte Temperatur Die reflektierte Temperatur ist die Summe der Temperaturen, die am Messobjekt reflektiert werden.

Wie lerne ich den richtigen Umgang mit meiner Wärmebildkamera?

Unser geschultes und zertifiziertes Personal bietet eine Auswahl an Schulungen, darunter Inhouse-Schulungen oder Intensivkurse an. Wir sind Partner des Infrared Training Center (ITC) – dem führenden Schulungszentrum für Infrarot-Anwendungen und Thermografie. Wir bieten Ihnen qualitativ hochwertige und interaktive Schulungen, die von anerkannten und hochqualifizierten Referenten geleitet werden. Unser Angebot umfasst Kurse für Einsteiger, zu speziellen Produkten und Anwendungsbereichen sowie Zertifizierung und Re-Zertifizierung nach ISO 18436-7 und DIN EN ISO 9712 Stufe 1. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Welche Schutzklasse IPxx haben die Wärmebildkameras?

Zu unterscheiden sind hier die handgehaltenen und stationären FLIR Wärmebildkameras. Der Großteil der handgehaltenen FLIR Wärmebildkameras hat die Schutzklasse IP54. Zusätzlich überstehen nahezu alle handgehaltenen Kameras einen Sturz aus 2 Metern. Näheres entnehmen Sie bitte den einzelnen Datenblättern oder fragen bei uns nach. Bei stationären FLIR Wärmebildkameras sind folgende Schutzklassen vorhanden: IP 30 (FLIR A6xx) IP 40 (FLIR A3xx, Ax5) IP 66 (FLIR A3xx f, A3xx pt, G3xx pt) IP 67 (FLIR A3xx ex, AX8) Sollten Sie eine Anwendung unter besonders schwierigen Verhältnissen und Umwelteinflüssen haben, so kontaktieren Sie uns gerne, FLIR Systems bietet eine Reihe von zertifizierten Gehäusen an, die Ihre Wärmebildkamera optimal schützen. Für besonders kalte oder heiße Einsatzzwecke haben wir auch eigene gekühlte oder beheizte Lösungen parat.